Osterholz-Scharmbeck
2005 – 2014
Tobias Kister
Feldschnieders & Kister
Die Planungen für das Lernhaus begannen 2005, als ein hoher Sanierungsbedarf der alten Realschule festgestellt wurde. Im Rahmen des Bildungsnetzwerks „Archiv der Zukunft“ besuchten Schulträger, Lehrkräfte und Eltern zukunftsorientierte Schulen in Deutschland und dem europäischen Ausland. In einem extern moderierten Verfahren entwickelten die Akteure gemeinsam das Konzept als Grundlage für einen Realisierungswettbewerb. 2010 fusionierten Haupt- und Realschule zur Oberschule „Lernhaus im Campus“ mit innovativem pädagogischen Ansatz.
Als Ganztagsschule ist die Schule nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort eingebettet in den „Campus“ als inklusivem Ort im Zentrum der Stadt für lebenslanges Lernen für alle zu schaffen. Mit dem Campus hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck für ihre ca. 30.000 Einwohnerinnen und Einwohner und die Nachbargemeinden ein neues Bildungszentrum geschaffen, das Möglichkeiten für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung bieten soll.
Mit dem Lernhaus im Campus wurde auf der Grundlage des zuvor entwickelten pädagogischen Baukonzeptes durch das Büro Feldschnieders + Kister Architekten BDA in Zusammenarbeit mit dem Büro KSG (Kister Scheithauer Gross Architekten und Stadtplaner GmbH) ein bundesweit einmaliger Schulbau umgesetzt und realisiert.
Mit dem viergeschossigen Gebäuderiegel entsteht mit dem Mensa- und Medienzentrum eine städtebauliche Torsituation. Auf dem oberen Plateau des Grundstücks bieten drei Lernhäuser Platz für fächerübergreifende Projekte und selbstorganisiertes Lernen. Diese verbinden sich fingerartig mit dem Außenraum des Plateaus entlang der Lange Straße. Die so entstehenden Innen- und Gartenhöfe erweitern die Lernflächen um Sitzinseln unter Bäumen und freiem Himmel.
Als großzügige Eingangshalle setzt sich der Vorplatz im Inneren des Gebäudes fort und ist als zentrale Mitte verbindendes Element zwischen Gebäuderiegel und Lernhäusern. In weitläufigen „Lernlandschaften“ hat jeder Schüler eines Jahrgangs einen eigenen Arbeitsplatz, der Lehrer heißt Lernbegleiter und wird zum Mentor „und der Raum wird zum dritten Pädagogen. Der Baukörper ist dabei sehr wirtschaftlich – alle Erschließungsflächen bieten gleichzeitig eine Aufenthaltsqualität. Lernkojen laden zum Austausch in kleinen Gruppen ein, Input-Räume geben Raum für Konzentration für größere Gruppen. Abseits in den oberen Geschossen ermöglichen Ruheräume für Schüler und für Lehrer Raum zur Kontemplation.